Fluch und Segen der Collaboration

Fluch und Segen der Collaboration

In „The Economist“ habe ich heute einen spannenden Artikel von Schumpeter aus dem Jahr 2016 gefunden:The Collaboration Curse (Der Collaboration-Fluch)“. Schumpeter beschreibt dort, was aus dem Zeitmanagement bekannt ist: Multitasking und permanenten Unterbrechungen wirken sich negativ auf die Effizienz und die Arbeitsergebnisse aus. Entsprechend sind z.B. Großraumbüros, die geschaffen worden sind, um rasch und unkompliziert zusammenzuarbeiten und zu kommunizieren, eher kontraproduktiv. Um Aufgaben und Arbeiten tief und intensiv zu durchdringen und konzentriert zu bearbeiten ist Ungestörheit und Unbrechungsfreiheit notwendig. Dieser Aussage stimme ich absolut zu.

Collaboration heißt nicht, permanent und ununterbrochen eng und intensiv zusammenzuarbeiten. Das mag in manchen Situationen in Ordnung sein, z.B. bei der kreativen Entwicklung von Softwareprodukten. In der Regel bedeutet zielführende und gewinnbringende Collaboration jedoch eine Balance zwischen Zusammenarbeit und Kommunikation mit Kollegen, Partner, etc. und einer in die Tiefe gehenden Einzelarbeit. Dies trifft nicht nur auf Großraumbüros zu, sondern auch auf die virtuelle Zusammenarbeit. Auch hier gilt, sich unterbrechungsfreie Zeiten zu schaffen, ohne Telefon und sonstige Kommunikationsmedien, und doch intensiv mit anderen Zusammenzuarbeiten.

Eine Lösung ist der verstärkte Einsatz von asynchronen Medien wie Foren, Wikis, Padlets, Online-Mindmaps oder auch bzw. noch der – methodisch richtige – Einsatz von E-Mail, etc. und diese asynchrone Zusammenarbeit mit der synchronen Zusammenarbeit in Webmeetings, Videokonferenzen, Telefonkonferenzen, Telefonate, etc. geschickt zu kombinieren.

Virtuelle Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

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Konrad Fassnacht

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